Im Stadtteil Bettrath entwickelt die Entwicklungsgesellschaft der Stadt Mönchengladbach (EWMG) aktuell ein Neubaugebiet. Drei Straßen dort zwischen Bockersend und Hansastraße haben nun ihren Namen erhalten. Sie heißen Veronika-Hermanns-Ring, Maria-Scheulen-Weg und Johann-Dohr-Straße. Dem hat die Bezirksvertretung Ost in ihrer jüngsten Sitzung zugestimmt. Mit den avisierten Straßennamen sollen das Wirken und die Verdienste dieser Menschen im Stadtteil Bettrath nachhaltig gewürdigt werden.

Details zu den Namensgeber/-innen:

Veronika Hermanns

Veronika, laut Geburtsurkunde Fronika, Hermanns wurde geboren am 24.07.1849 in Neuwerk und verstarb dort, unverheiratet, am 02.03.1929. Sie entstammte einer jüdischen Familie, die 1766 aus Böhmen vertrieben wurde und später in Neuwerk Textilgeschäfte betrieb. Fast ihre komplette Familie ist von den Nazis umgebracht worden. Einzig ein Neffe ist emigriert und 1990 in den USA gestorben. Dieser hat in einem Brief über seine Tante folgende Aussage getroffen: „Wäre sie katholisch gewesen, wäre sie eine Heilige geworden. In der Tat begleitete ich sie jeden Freitagnachmittag, wenn es nicht regnete, zur Donk und brachte Armen, die krank waren, auch schwindsüchtigen Fabrikarbeitern, einen Korb mit selbstgebackenem Brot, Butter, Schlagkäse und Eiern.“

Maria Scheulen

Maria Scheulen, geb.1921, war hauptberuflich viele Jahre Kindergärtnerin im katholischen Kindergarten in Bettrath. Mehrere Kindergenerationen schätzten „Tante Maria“ als eine ihrer ersten Bezugspersonen in der Gemeinde. Sie engagierte sich über ihre berufliche Tätigkeit hinaus viele Jahre in vielfältiger Form ehrenamtlich in Bettrath. Nicht zuletzt unterstützte sie mit Rat und Tat kinderreiche Familien, betätigte sich als Gruppenleiterin in der Jugendarbeit. 1982 erhielt sie aus der Hand des damaligen Oberbürgermeisters Bolzenius die Ehrennadel der Stadt Mönchengladbach.

Johann-Matthias Dohr

Johann-Matthias Dohr (1833 bis 1872) war ein Bettrather Landwirt. Er hinterließ auf seinem Sterbebett sein gesamtes Vermögen in Höhe von 29.568 Talern, 4 Silbergroschen und 3 Pfennigen für den Bau einer neuen Pfarrkirche in Bettrath. Damit legte er den Grundstein zur Errichtung der heutigen Herz-Jesu-Kirche. Die heutige Hansastraße trug bis 1931 den Namen „Dohrstraße“. Aus Verwechslungsgründen mit dem „Dohrweg“ in Uedding war dieser jedoch unbenannt worden.

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